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VIN-o-TON

So wie im Weinbau seit rund 30 Jahren wollen wir auch in der Annäherung an die Kunst eigene Wege gehen und Initiativen ergreifen. Neben der visuellen Kunst räumen wir der Musik mehr Platz ein – stellt sie doch für unsere Arbeit eine wichtige Inspirationsquelle dar. Aus dem Wunsch heraus, einen stärkeren Akzent auf die klassische Musik der Gegenwart zu legen und im kreativen Bereich Impulse zu setzen, initiierte Alois Lageder das Projekt VIN-o-TON. Ziel ist es, junge und vielversprechende Komponisten der zeitgenössischen Musik zu fördern und ihre Werke einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Jedes Jahr wird nun ein Kompositionsauftrag vergeben und als krönender Abschluss im Weingut uraufgeführt.

2014 Matan Porat
Am 24. Mai 2014 kam im Granar des Casòn Hirschprunn das siebte Auftragswerk zur Präsentation. Der junge Artist in Residence, Matan Porat, dessen künstlerische Aktivitäten ein breites Spektrum zwischen Klavier und Komposition umfassen verzauberte das Publikum mit seiner Komposition "Durch Nacht und Wind". Begleitet wurde er dabei von Nicolas Altstaedt, der zu den brillantesten Cellisten weltweit zählt. Auf dem Programm standen ein weiteres Werk von Matan Porat "...for piano", sowie Stücke von Ludwig van Beethoven und César Franck. Bei dem diesjähringen Konzert trafen Komponist und Interpret sowie der Komponist mit dem Interpreten auf ideale Weise zusammen.
2013 Toshio Hosokawa
Am 11. Mai 2013 wurde im Casòn Hirschprunn das sechste Auftragswerk präsentiert.
Artist in Residence, Toshio Hosokawa, der bekannteste zeitgenössische japanische Komponist, stand mit seiner Uraufführung Distant Voices für Streichquartett im Mittelpunkt des Konzertabends. „Die Hörer werden die individuellen Noten der musikalischen Landschaft wahrnehmen und durch den Garten der musikalischen Zeit spazieren“, so der Komponist.
Zudem standen Noriko Miuras Streichquartett Nr. 1 "I listen to---", eine weitere Uraufführung von Federico Gardellas Auftragswerk "Esercizi di nubi" für Streichquartett sowie Johannes Brahms "Streichquartett Nr. 2 in a-moll op. 51" auf dem Programm. Aufgeführt wurden die Musikstücke vom Streichquartett Quatuor Diotima aus Paris.
2012 Helena Tulve
Am 12. Mai 2012 kam mit Helena Tulves Komposition für Klavier, Klarinette und Violoncello im Casòn Hirschprunn das fünfte Auftragswerk zur Aufführung. Die estnische Komponistin, deren Musik enge Bezüge zur französischen Experimentalmusik und zu gregorianischen Chorälen aufweist, zählt zu einer jungen, selbstbewussten Generation von Künstlern, die nach den Jahren sowjetischer Hegemonie ihren Weg erstmals selbstbestimmt beschreiten konnte. Helena Tulve überzeugt mit Ausdrucksstärke, emotionaler Spannung und einem reichen Klangspektrum. Ihr neues Werk wurde an diesem Abend durch zwei Kompositionen aus vergangenen Epochen ergänzt, Johann Sebastian Bachs Suite Nr. 6 für Violoncello und Johannes Brahms’ Klarinettentrio op. 114.
2011 Thomas Larcher
Thomas Larcher ist nicht nur künstlerischer Leiter des Musikprojekts VIN-o-TON, sondern auch ein erfolgreicher Komponist und Pianist. Er gilt heute als einer der maßgeblichen Komponisten neuer klassischer Musik in Österreich. Eine Vorliebe für heftige Kontraste, hoch gespannte Entwicklungen und eine emotionale Intensität des Tons kennzeichnen seine Arbeit. Es war der Wunsch von Alois Lageder, dass Thomas Larcher auch selbst einmal im Casòn Hirschprunn mit einem eigens komponierten Oeuvre in Erscheinung tritt. Am 14.5.2011 war es soweit, sein Vokalwerk „A Padmore Cycle“ gelangte zur Uraufführung. Larcher vertont darin fragmentarische Texte seiner Landsmänner Alois Hotschnig und Hans Aschenwald. Die relativ offenen Texte, die zu Assoziationen einladen, ermöglichen eine besondere Vielgestaltigkeit der Musik. Beim Komponieren hatte er die Stimme des britischen Tenors Mark Padmore im Kopf, der das Werk auch in Margreid interpretierte. „Stücke das erste Mal aufzuführen und mit einem Komponisten über das zu sprechen, worum es ihm geht, ist absolut faszinierend“, kommentiert Padmore die enge Zusammenarbeit der beiden.
2010 Aureliano Cattaneo
Einen kulturellen Höhepunkt erlebte das Publikum anlässlich eines Konzertabends im Casòn Hirschprunn am 24. Juli 2010. Zur Uraufführung kam das Streichquartett liquido (dt. Flüssigkeit) des jungen italienischen Komponisten Aureliano Cattaneo, wiederum ein Auftragswerk von Alois Lageder. Die Ausgangsidee Cattaneos für den musikalischen Diskurs war die eines „flüssigen“ Charakters, eines fließenden Übergangs des musikalischen Materials zwischen den einzelnen Instrumenten: „In ihrer Geschmeidigkeit wurde meine Musik durch die Flüssigkeit inspiriert.“ Den Titel seines Werks liquido versteht Cattaneo auch als Hommage an den Ort der Uraufführung, wo rund ums Jahr mit dem Wein flüssige Materie im Mittelpunkt steht. Cattaneos Schaffen zeichnet sich durch eine Musiksprache aus, in der unterschiedliche Tendenzen der Neuen Musik zusammenfinden und eine große Aufmerksamkeit für ausgefeilte Formen mit dem Ausdruck großer Emotionen verbunden wird. Seine Werke kommen in den bedeutendsten Konzertsälen der Welt sowie auf den großen Festivals zeitgenössischer Musik zur Aufführung, die Financial Times lobte in seinem Werk „die seltene Einheit von Sinnlichkeit und Komplexität“.
2009 Sir Harrison Birtwistle
Am 22. Mai 2009 wurde zu einer weiteren Uraufführung geladen: das Auftragswerk Bogenstrich für Bariton, Violoncello und Klavier des britischen Komponisten Sir Harrison Birtwistle verlieh dem Wein neue, bis dato nicht gehörte Klangfarben: ein kleiner, feiner Beitrag zur ganzheitlichen Betrachtung des „Wesens“ Wein. Sir Harrison Birtwistle, der wohl bedeutendste lebende Komponist Englands, wurde bekannt mit kompromisslos moderner Musik von teilweise aggressiver Rohheit. In seiner Heimat eilte ihm lange der Ruf eines „Bad Boy of Music“ voraus. Im Casòn Hirschprunn wurde sein Auftragswerk gemeinsam mit der Hammerklaviersonate Nr. 29 in B-Dur op. 106 von Ludwig van Beethoven zur Aufführung gebracht. Letztere ist durch ihre neue Musiksprache und ihren lange als unüberwindbar geltenden Schwierigkeitsgrad legendär geworden.
2008 Johannes Maria Staud
Die erste Wahl Alois Lageders zu einem eigenen Auftragswerk fiel auf den international anerkannten, jungen österreichischen Komponisten Johannes Maria Staud (Jahrgang 1974). Sein Werk Lagrein, eine Hommage an die autochthone Südtiroler Rebsorte gleichen Namens, wurde am 23. Mai 2008 auf Casòn Hirschprunn uraufgeführt.
 Bei der Komposition liess er sich von der sensorischen Beschreibung des Weines inspirieren: „Das Schmecken von Tönen, das Beschreiben von Lichtreflexen durch Klänge, das Übersetzen eines würzigen Aromas mit Geruchsnoten von Leder, Teer und Kakao, eines erdigen Nachhalls und spürbarer Gerbstoffe in musikalische Texturen und Strukturen – all das fesselte und forderte mich unglaublich heraus.“ Staud zählt zu den international erfolgreichsten zeitgenössischen Komponisten der jungen Generation. Er überzeugt durch seine Vielseitigkeit und durch seinen ausgeprägten Klangsinn. Sein Stil ist geprägt durch eine große Emotionalität und unbedingten Ausdruckswillen einerseits und durch minutiöse, komplexe Ausarbeitung andererseits.

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